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Schnupperzeit im Sportverein empfohlen

Torsten Vaskova, 13.02.2008

Schnupperzeit im Sportverein empfohlen

Kein Platz für Rechtsextreme in Jenas Sport

Jena (OTZ). Gerät der Breitensport ins Visier Rechtsextremer? Eine Gefahr, die am Montag und Dienstag Thema einer Fachtagung von Bundes- und Landeszentrale für politische Bildung bei der Imaginata in Jena war. Dazu befragte OTZ auch Elisabeth Wackernagel, Vorsitzende des Jenaer Stadtsportbundes.

Frau Wackernagel, Jena gilt nach wie vor als Sportstadt mit sehr vielen Vereinen. Könnten die gefährdet sein?
Das halte ich eigentlich für nicht sehr wahrscheinlich. Es ist uns auch bislang noch kein einziger Fall bekannt geworden.

Woher diese Gewissheit?
Man ist freilich nie gefeit gegen ungebetene, extreme Mitglieder. Aber wir schätzen im Stadtsportbund, der ja Dachverband für gegenwärtig 103 Sportvereine ist, stets ein offenes Wort.

Wie sollen sich Vereine schützen gegen Unterwanderung?
Natürlich freuen sich Sportvereine immer über neue Mitglieder. Doch sollten sie gut aufpassen, wer da Mitglied wird. Das weiß man aber vorher nie so genau. Wir können als Dachverband nur empfehlen - entscheiden müssen die Vereine selbst. Wir raten aber zu Schnupperzeiten.

Also Mitglied auf Probe?
So könnte man es nennen. Ein Vierteljahr wird der Neue oder die Neue aufgenommen, um zu sehen ob das neue Mitglied auch wirklich passt. Und dann kann man über eine Mitgliedschaft befinden.

Könnte es Ihrer Ansicht nach anfällige Sportbereiche geben?
Ich sage mal so: Viele Sportarten dürften für Rechtsextreme uninteressant sein. Allenfalls könnten vielleicht Mannschaftssportarten Schlupflöcher bieten. Für die meisten Vereinsvorstände möchte ich aber betonen, dass da wirklich in hoher Verantwortung gearbeitet wird.

Hat nicht der Sport auch Völker verbindende Funktion?
Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der SV Lobeda 77, wo auch viele Migrantenkinder mit Freude Sport treiben können.

Was wäre, wenn doch mal ein rechter Fall bekannt würde?
Dann bieten wir als Stadtsportbund sofort Hilfe an, zum Beispiel auch juristische. Denn der Sport muss sauber bleiben in Jena. Da ist kein Platz für Nazis. Das sind wir unseren über 21 000 Mitgliedern schuldig.

Interview: Michael Groß


Quelle:OTZ